Die Ursprünge von Thanksgiving sind vielfältig. Einerseits geht dieser Feiertag auf die europäische Tradition der Erntedankfeste zurück, die im Herbst stattfanden und –finden. Doch hinter Thanksgiving steckt noch mehr. Um seine Geschichte zu verstehen, müssen wir in das 17. Jahrhundert zurückreisten, als zwei Bevölkerungsgruppen die Küste von Neuengland besiedelten: Pilgrims und Puritaner.
Beide Gruppen hatten es in ihrem ersten Jahr nicht leicht, sich an die Gegebenheiten der Neuen Welt anzupassen. Darum veranstalteten sie ein Fest, bei dem sie Gott für seine Unterstützung dankten. Daran nahmen auch Ureinwohner teil, die den Siedlern in diesem Jahr geholfen hatten.
Wie wir wissen, wurden aus den Kolonien Neuenglands bald die ersten Bundesstaaten der USA. Wer jedoch das erste Thanksgiving veranstaltete, bleibt umstritten. Manche Historiker nennen Plymouth, andere Massachusetts, andere wiederum Virginia. Und dann wären da noch katholische Erntedankfeste, die lange Zeit davor von den spanischen Siedlern mitgebracht wurden…
Fakt ist, dass Thanksgiving bald im ganzen Land gefeiert wurde – erst Recht, als die USA ihre Unabhängigkeit von den Briten erlangten. Dass es sich ursprünglich um einen religiösen Feiertag handelte, war dabei nicht weiter schlimm. Sogar George Washington, alles andere als ein Kirchengänger, rief seine Landsleute dazu auf, „Dank und Gebet an Gott, den Allmächtigen, zu richten“. Thanksgiving wurde zu einem Tag, den alle Bürger mitfeiern konnten – genau das richtige Band, um die junge Republik zusammenzuhalten.
Ein weiterer berühmter US-Präsident, Abraham Lincoln, legte im Jahr 1863 Thanksgiving auf den letzten Donnerstag im November – ein Datum, das sich ohnehin schon eingebürgert hatte. 1941 wurde dieses Datum noch einmal geringfügig geändert, und der Rest ist Geschichte, wie man so schön sagt.